Jean-Luc Schneider am 31.12.2023 in Tübingen
Der Stammapostel stellte den Jahresabschluss unter das Wort aus Psalm 132, 1.2: "Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel thronst. Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hand ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Herrin, so sehen unsre Augen auf den HERRN, unsern Gott, bis er uns gnädig werde."
Er rief dazu auf, Gott anzubeten, "indem wir auf die Hand des Herrn sehen". Im Rückblick auf das Jahr sehe man die vielfältig wirkende Hand des Herrn.
Da sei zum Beispiel die schützende und segnende Hand Gottes, der seine Schöpfung (das Werk seiner Hände) immer noch "im Griff" habe, er werde sie auch weiterhin bewahren, da brauche man keine Angst zu haben.
Die rettende Hand Gottes habe auch jeder auch persönlich erlebt. Wenn auch die negativen Erlebnisse sich tiefer einprägten, habe es doch Momente gegeben, in denen man besonderen Engelschutz erfahren habe.
Auch die heilende, verbindende Hand Gottes sprach der Kirchenleiter an. Sie sei tätig geworden, um denen zu helfen, die in Leid gekommen seien oder Enttäuschungen verkraften mussten. Daneben beobachte er allerdings, dass manche ihren Kummer für sich behielten, wohl teilweise auch deshalb, weil sie den Eindruck hätten, das andere kein Interessiere daran hätten und auch niemand etwas ändern könne. Hier gab er den Rat: "Sag's Gott, deinem Vater, der versteht dich und der kann helfen:"
Die "mächtige Hand des Erlösers" erkenne man ebenfalls, wenn man dem Bibelwort folge. Stammapostel Schneider räumte ein, dass er bei all den schrecklichen Dingen, die auf der Welt geschehen, Gott oft nicht verstehen könne. Da könne man nur glauben und Gott vertrauen. "Die Hand Gottes will uns das Heil geben", sagte der Stammapostel.
Um dieses Heil zu erreichen, sei allerdings immer wieder unsere eigene Entscheidung notwendig. Nicht "der böse Teufel" sei es, dem es immer wieder gelingt, uns zu verführen. Das Wort Jesu gelte nach wie vor: "Niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen". "Wer an der Hand des Erlösers bleiben will, kann an seiner Hand bleiben", sagte er.
Die gebende Hand Gottes solle man nutzen, indem man nehme, was er gibt. Dabei meinte er das Evangelium, auch wenn die Verkündigung dieser frohen Botschaft "immer dasselbe" sei. Der Auftrag an die Apostel und ihre Mitarbeiter sei, das reine Evangelium zu verkündigen. Dabei mache es keinen Sinn, durch "Beimischung" anderer Elemente zu versuchen, die Predigt attraktiver zu machen.
"Die Hand Gottes kam über mich" ist Ausspruch des Propheten im Alten Testament, der damit sagen wollte, Gott habe ihn in Anspruch genommen, habe ihn berufen, zu dienen.
Der Kirchenleiter gab der Gemeinde den Auftrag mit, jeder solle sensibler werden dafür, wozu ihn Gott zum Dienst berufen wolle, wer "der Nächste" sei, dem er helfen solle und was dabei zu tun sei.
Zuletzt sprach er noch die "formende" Hand Gottes an und nahm damit das Bild des Töpfers aus der Bibel auf. "Alles, was uns geschieht, ist Inhalt des Prozesses", sagte er, der aus einem Tonklumpen ein Gefäß werden lasse.
Bezirksapostel Ehrich rief in seinem Predigbeitrag dazu auf, gerne zu dienen. Zum Dienst gehöre auch das Kommen in den Gottesdienst, weil man dadurch seinen Glauben an Jesus Christus und das Evangelium bekenne.
Auch Apostel Rheinberger wurde um ein paar Gedanken gebeten. Auch er stellte den Glauben in den Mittelpunkt. Jesus habe sich einmal über den Unglauben der Nazarener wundern müssen, ein anderes Mal über den Glauben des Hauptmanns von Kapernaum. Der Unterschied könne darin bestanden haben, dass die einen den "Zimmermannssohn" aus ihrer Nachbarschaft gesehen hätten, der andere Jesus dagegen mit "mein Herr" angesprochen habe. Letzteres gab er als Vorbild mit.
Zum Abschluss der Predigt blickte Stammapostel Schneider in den kommenden Zeitabschnitt. Gott lade jeden Gottesdienstteilnehmer ein: "Willst du mit mir kommen? Machst du im nächsten Jahr weiter?"
Nach einem von der ganzen Gemeinde gesungenen Liedvers folgte das gemeinsame Gebet "Unser Vater", die Verkündigung der Sündenvergebung und die Feier des Heiligen Abendmahls.
Der Stammapostel wandte sich nach Schlussgebet und Schlusssegen nochmal an die Gemeinde und bedankte sich für die vielfältigen Dienste und die Mitarbeit im zu Enden gehenden Jahr. Auch persönlich sei er dankbar für das Vertrauen, das ihm in seinem Amt entgegengebracht werde.
In diesem Gottesdienst waren alle Apostel der Gebietskirche Süddeutschland und ihre Gattinnen anwesend. Die Gemeinden Ammerbuch-Pfäffingen und Rottenburg waren direkt eingeladen, in die weiteren Gemeinden des Bezirks wurde der Gottesdienst via Livestream übertragen. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes wurde von einem eigens gebildeten gemischten Chor, Klavier, Cello und der Orgel gestaltet.
s.a.: Bericht auf NAK Süddeutschland